Meine ganz persönliche Erfolgsstory …

… oder Steuerberater sind auch (nur) Unternehmer.

Der 10.01.2005 war der Tag an dem ich mich selbständig gemacht habe … ich meine, so richtig selbständig. Die Prüfung habe ich bereits 1999 im ersten Anlauf bestanden. Bis 2005 war ich dann hauptberuflich als angestellte Steuerberaterin und nebenberuflich selbständig tätig. Aber auf zwei Hochzeiten tanzen sprengte irgendwann den zeitlichen Rahmen und so wurde mir klar, dass ich mich entscheiden musste. Ich wählte den Weg der Selbständigkeit, weil ich mir vorstellte so mit weniger Aufwand vieeel mehr Geld zu verdienen. Dies sollte sich allerdings als reines Wunschdenken entpuppen, aber alles der Reihe nach …

10 Jahre ist es her, dass ich mir den Traum der eingenen Kanzlei erfüllte habe. Im Frühsommer 2004 lernte ich den Steuerberater Karl-Friedrich Büchler in Halver kennen. Wir wurden uns schnell einig, die Finanzierung stand und so übernahm ich im Januar 2005 eine alt eingesessene Steuerberatungskanzlei in Halver. Und nun ist das schon 10 Jahre her.

Ich bin seither durch viele Täler gewandert und musste feststellen: Steuerberater sind auch Unternehmer. Ehrlich gesagt habe ich mir das damals leichter vorgestellt. Von der Höhen und Tiefen eines Unternehmers hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie ich immer wieder feststellen musste. Natürlich hatte ich bei meinen vorherigen Arbeitgebern mitbekommen, dass Mandanten schon mal kommen und gehen. Aber wie schnell man Kunden verliert und wie schwer Kunden zu gewinnen sind weiß ich nun. Dass man im Grunde „die Katze im Sack kauft“ stellte sich ganz schnell heraus.

Es fing damit an, dass die technischen Voraussetzungen alles andere als akzeptabel waren. So wurde mir schon nach einigen Tagen klar, dass ich schon im Januar 2005 einen 5stelligen Betrag in die Telefon- und EDV-Anlage stecken musste. Geplant war diese Ausgabe erst für Dezember 2005, als der Kanzleisitz von Halver nach Lüdenscheid verlegt werden sollte. Ich war froh um die Rücklagen, die ich mir vorbehalten hatte. Die Sitzverlegung im Dezember 2006 klappte reibungslos und so habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt:“Die Kanzlei im eigenen Haus.“ Auch dies stellte sich im nachhinein nicht als ideal heraus.

Das größte Tief hatte ich 2009, da kam alles auf einmal, die Tilgungen für das Kanzleidarlehen liefen seit Ende 2008, dann im August 2009 ein Riesen-Mandatsverlust, 20% Jahresumsatz waren weg, von jetzt auf gleich, und ich dachte zuerst: „Das wars …“ Aber nach dem ersten Schock tat ich das, was ein Unternehmer in einem solchen Fall tun sollte: Einen kühlen Kopf bewahren. Es waren konstruktive Lösungen gefragt. Da hab ich überlegt und kalkuliert, entwarf einen Maßnahmenkatalog und begann sofort mit der Umsetzung. Leider musste ich mich von 2 meiner übernommenen Mitarbeiter trennen. Anders waren die anfallenden Kosten nicht zu decken. Es blieb der Zweifel, ob ich mit den verbleibenden Mitarbeitern die anfallenden Arbeiten weiterhin fristgerecht bewältigen konnte.

Ich hatte alles getan um die Talfahrt zu stoppen und konnte nach einem guten Jahr feststellen, dass mein Vorgehen von Erfolg gekrönt war. Anfang 2012 begann das Jahr dann allerdings wieder demotivierend. Insolvenz eines Großmandanten und somit ein dicker Forderungsverlust . Es war zwar für mich voraus zu sehen, aber wenn es denn endgültig ist, ist die Tatsache doch bitter.

Das Geldverdienen gestaltete sich schwieriger als ich dachte. Ich versuchte es meinen Mandanten Recht zu machen und musste oft feststellen, dass ich es nicht Recht machen konte, wenn mein Gegenüber das eigentlich gar nicht wollte. Ich rieb mich immer mehr an meiner Selbständigkeit auf. War immer öfter deprimiert und spürte:“So kann es nicht weiter gehen.“ Ich denke die Kehrtwende kam im Februar 2013 bei einem Impulsvortrag von Stefan Hagen, Thema: „Sicherheit ist langweilig – Die besten Zeiten für Unternehmer beginnen jetzt!“ – sein Vortrag hat mich einfach nur begeistert und nicht gekannte Denkprozesse bei mir in Gang gesetzt.

Seither weiß ich wie wichtig „Authentizität“ ist. Und diese Authentizität versuche ich jeden Tag zu leben. Seither habe ich wieder Spaß an meiner täglichen Arbeit. Die vielen schwierigen Zeiten die ich durchgemacht habe helfen mir in der Beratung meiner Mandanten. Weil ich selbst Tiefpunkte hatte, weiß ich sehr genau wie sich das anfühlt und bin daher in der Lage meinen Mandanten die notwendige Beratung mit auf den Weg zu geben.

Ich habe mich in den letzten 10 Jahren vom Steuerberater zum Unternehmer entwickelt und freue mich täglich über die Zufriedenheit meiner Kunden und die gute Entwicklung meiner Kanzlei.