Augen auf bei der Online-Steuerberatung

Nun bin ich soeben wieder „gestolpert“ über die Online-Steuerberatung von felix1.de. Ich bekam einen Link zugesendet mit einem Artikel von „DIE WELT“, Titel: „Wenn sich der Steuerberater auf Skype meldet“. http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article157667016/Wenn-sich-der-Steuerberater-auf-Skype-meldet.html In diesem Artikel wird darüber berichtet, dass große Kanzleien den Schritt ins Internet wagen und versuchen den Markt über ein „Massengeschäft“ zu erschließen.

Steuerberatung ist kein Massengeschäft

Nun weiß ich aus meiner jahrelangen Praxis, dass Steuerberatung eben kein Massengeschäft ist. Jeder Fall ist ein Einzelfall und muss als solcher behandelt werden. Bei der Steuerberatung kommt es immer auf die ganz persönlichen Verhältnisse jedes Einzelnen an. Sicher gibt es einige Arbeiten, die standartisiert abgewickelt werden können, aber die sind eher die Ausnahme.

Online-Steuerberatung nur auf den ersten Blick kostengünstig

Aus meiner Sicht ist übrigens die Preisgestaltung nur auf den ersten Blick kostengünstig. Stellt man die notwendigen Komponenten zusammen kommt man leicht über die Honorarsätze eines Steuerberaters vor Ort. Ich habe jedenfalls das Portal mit meinen kanzleitypischen Honorarsätzen (nach Steuerberatervergütungsordnung) verglichen und festgestellt, dass meine Mandanten für die angebotenen Leistungen überwiegend weniger bezahlen. Die Online-Steuerberatung muss sich übrigens auch nach der Steuerberatervergütungsordnung richten, also ist schon im Vorhinein klar, dass hier preislich nicht gezaubert werden kann.

„Wenn sich der Steuerberater auf Skype meldet.“

Bis jetzt hat noch kein Mandant den Wunsch geäußert mit mir über Skype zu kommunizieren. Ich habe einige Mandanten, die nicht in unmittelbarer Nähe meiner Kanzlei sind und ich habe auch schon angeboten, wie könnten über Videokonferenz eine Besprechung durchführen. Das ist auf Grund der Technik heute alles kein Thema mehr. Wird aber bisher (noch) nicht abgefragt. Mit seinem Steuerberater in Kontakt zu treten, da gibt es viele Wege. Die gängigste Variante ist und bleibt das persönliche Gespräch. Diesen Service bieten die Onlineangebote zwar auch, aber machen wir uns nichts vor, felix1.de zum Beispiel plant bis zum Jahr 2018 15.000 Mandanten gewinnen zu wollen. Wer da glaubt, dass er dort mehr als nur eine „Nummer“ ist, der macht sich sicherlich etwas vor.

Klasse statt Masse

Meine Mandanten favorisieren sicherlich „Klasse statt Masse“ und wer an der Erledigung seiner persönlichen, steuerlichen Belange interessiert ist, sollte dies auch tun. Die Online-Steuerberatung kann das persönlich Beratergespräch jedenfalls nicht ersetzen und eines liegt ja wohl auf der Hand: Auch Onlineanbieter haben nichts zu verschenken, sie tun das, was sie tun, um Geld zu verdienen.

Augen auf beim Honorar

Sollten Sie sich auf den Seiten einer Online-Steuerberatung umsehen und sich eine Preisauskunft holen, dann sollten Sie allerdings genau wissen, welche Leistungen Sie brauchen und welche Leistungen Ihr Steuerberater ggf. schon seit Jahren für Sie erbringt. Am besten nehmen Sie Ihren jetzigen Steuerberater mit dazu, denn er weiß genau, was er für Sie leistet. Ich bin mir relativ sicher, dass die Preise ähnlich ausfallen werden.