Männer und Frauen „ticken“ unterschiedlich

Komme gerade von einem sehr interessanten Vortrag mit dem Thema „Wie und wodurch können Führungskräfte aus den bisherigen Erkenntnissen der Hirnforschung profitieren“. Prof. Dr. med. Christian Elger, Direktor für Epileptologie des Uni-Klinikum Bonn referierte bei der SIHK zu Hagen in seinem ca. 90 minütigen Vortrag im Rahmen der Sitzung der Erfa-Gruppe Qualitätsmanagement der Märkischen Region. Im gut besetzen Sitzungssaal lauschte das Auditorium dem Fachvortrag. Gerade auch für Führungskräfte ist es wichtig zu wissen, dass das Gehirn eines Menschen häufig anders reagiert, als man gemeinhin denkt.

Männerhirne sind größer, Frauenhirne dichter

Prof. Dr. Elger zeigte an verschiedenen Beispiele, dass Männer und Frauen unterschiedlich „ticken“. Das wussten wir alle schon lange oder? Mehr Gehirnmasse gleich mehr Intelligenz?! Das stimmt nur zum Teil. Männergehirne wiegen zwar rd. 100 g mehr, als die von Frauen, allerdings ist die Struktur von Frauengehirnen dichter, so dass das Mehrgewicht irrelevant ist.

Die genetischen Unterschiede der Gehirne von Männern und Frauen ergeben sich aus der Vorzeit, wo Männer zum Jagen gingen und die Frauen die Versorgung der Kinder übernahmen. Daher haben Männer z.B. eine höhere Risikobereitschaft und Frauen ein großes Sicherheitsbedürfnis.

Priming steigert Gedächtnisleistung

Nutzbar bei der Mitarbeiterführung ist z.B. das Priming (Bahnung), Priming bezeichnet in der Psychologie die Beeinflussung der Verarbeitung eines Reizes dadurch, dass ein vorangegangener Reiz implizite Gedächtnisinhalte aktiviert hat. Das implizite Gedächtnis ist jener Teil des Gedächtnisses, der sich auf Erleben und Verhalten des Menschen auswirkt, ohne dabei ins Bewusstsein zu treten. Diese Vorgänge verlaufen im Unterbewusstsein. Durch gezielt eingesetztes Priming kann die Gedächtnisleistung gesteigert werden.

Belohnungszentrum aktivieren

Um die Leistung eines Mitarbeiters zu steigern ist es außerdem wichtig, die Belohnungszentren in den Gehirnen der Mitarbeiter anzusprechen. Als zentrales Element einer erfolgreichen Mitarbeiterführung hat sich so das Belohnungssystem herauskristallisiert. Doch Ehrlichkeit ist geboten: Permanente Anerkennung nimmt nicht nur der Angestellte, sondern auch dessen Gehirn nicht als echtes Lob wahr, die motivierende Wirkung bleibt aus. Bedeutender sind das individuelle Gespräch und die Auszeichnung erbrachter Leistungen: „Wer auf persönliche Kontakte zu seinen Mitarbeitern verzichtet, signalisiert damit mangelnde Wertschätzung und fehlenden Respekt“ so Elger.

Hirnforschung betrieblich nutzen

Alles in allem ein kurzweiliger Vortrag mit vielen praxisnahen Beispielen, der zeigte, das die Ergebnisse der modernen Hirnforschung auch im betrieblichen Alltag Nutzen stiften können.