Urteil der Woche – Kein Abzug von Scheidungskosten – Richter zeigen wenig Empathie

Scheidungskosten sind nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.5.2017, VI R 9/16, veröffentlicht am 16.8.2017 keine außergewöhnliche Belastung und somit nicht mehr von der Steuer abziehbar.

Streit zwischen Bundestag und Bundesrat

Grundlage für die Änderung der Rechtsprechung ist eine Regelung bereits aus dem Jahre 2013. Danach können Prozesskosten grundsätzlich nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Die Neuregelung aus dem Jahre 2013 war zwischen Bundestag und Bundesrat umstritten. Der Bundesrat wollte, dass die „unmittelbaren und unvermeidbaren Scheidungskosten“ von Betroffenen weiterhin steuerlich in Abzug gebracht werden können.

Unvermeidbarkeit

Scheidungskosten sind unvermeidbar, denn der Gesetzgeber schreibt einen rechtlichen Rahmen vor, der unvermeidbar und kostenaufwendig ist. Für Scheidungsverfahren besteht Anwaltszwang, somit entstehen Anwaltskosten. Geschieden werden kann nur vor einem Familiengericht, es entstehen Gerichtskosten. Kosten für ein Scheidungsverfahren sind aber nach diesem Urteil regelmäßig nicht mehr als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, selbst wenn das Festhalten an der Ehe für den Steuerpflichtigen eine starke Beeinträchtigung seines Lebens darstellt. Wer schon einmal die Phasen von Trennung und Scheidung durchlaufen hat, weiß dass die Kosten schnell in die Höhe schießen können.

Urteil trifft Mittelschicht

Das Urteil betrifft die Mittelschicht, bei ihnen wird in einer schwierigen (außergewöhnlichen) Situation „gespart“. Bürger mit geringerem Einkommen wird dieses Urteil nicht treffen, sie erhalten meist Prozesskostenhilfe.

Steuerlich „degradiert“

Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen in/nach Trennung/Scheidung steuerlich „degradiert“ werden. Sie werden wie Ledige besteuert, auch wenn sie Kinder haben und obwohl ihre persönlichen Kosten durch die Trennung ohnehin erheblich steigen (eigene Wohnung, Kindesunterhalt usw.).

Festzuhalten bleibt, dass das Urteil wenig Empathie für die besondere Situation von Menschen im Trennungs-/Scheidungsszenario zeigt. Für jeden und alles wird ständig Solidarität gefordert, umgekehrt wird Solidarität für Menschen in einer psychisch und materiell extrem belasteten Situation eie Trennung- und Scheidung mit diesem Urteil wieder ein Stück weiter ausgeschlossen.

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Augen auf bei der Online-Steuerberatung

Nun bin ich soeben wieder „gestolpert“ über die Online-Steuerberatung von felix1.de. Ich bekam einen Link zugesendet mit einem Artikel von „DIE WELT“, Titel: „Wenn sich der Steuerberater auf Skype meldet“. http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article157667016/Wenn-sich-der-Steuerberater-auf-Skype-meldet.html In diesem Artikel wird darüber berichtet, dass große Kanzleien den Schritt ins Internet wagen und versuchen den Markt über ein „Massengeschäft“ zu erschließen.

Steuerberatung ist kein Massengeschäft

Nun weiß ich aus meiner jahrelangen Praxis, dass Steuerberatung eben kein Massengeschäft ist. Jeder Fall ist ein Einzelfall und muss als solcher behandelt werden. Bei der Steuerberatung kommt es immer auf die ganz persönlichen Verhältnisse jedes Einzelnen an. Sicher gibt es einige Arbeiten, die standartisiert abgewickelt werden können, aber die sind eher die Ausnahme.

Online-Steuerberatung nur auf den ersten Blick kostengünstig

Aus meiner Sicht ist übrigens die Preisgestaltung nur auf den ersten Blick kostengünstig. Stellt man die notwendigen Komponenten zusammen kommt man leicht über die Honorarsätze eines Steuerberaters vor Ort. Ich habe jedenfalls das Portal mit meinen kanzleitypischen Honorarsätzen (nach Steuerberatervergütungsordnung) verglichen und festgestellt, dass meine Mandanten für die angebotenen Leistungen überwiegend weniger bezahlen. Die Online-Steuerberatung muss sich übrigens auch nach der Steuerberatervergütungsordnung richten, also ist schon im Vorhinein klar, dass hier preislich nicht gezaubert werden kann.

„Wenn sich der Steuerberater auf Skype meldet.“

Bis jetzt hat noch kein Mandant den Wunsch geäußert mit mir über Skype zu kommunizieren. Ich habe einige Mandanten, die nicht in unmittelbarer Nähe meiner Kanzlei sind und ich habe auch schon angeboten, wie könnten über Videokonferenz eine Besprechung durchführen. Das ist auf Grund der Technik heute alles kein Thema mehr. Wird aber bisher (noch) nicht abgefragt. Mit seinem Steuerberater in Kontakt zu treten, da gibt es viele Wege. Die gängigste Variante ist und bleibt das persönliche Gespräch. Diesen Service bieten die Onlineangebote zwar auch, aber machen wir uns nichts vor, felix1.de zum Beispiel plant bis zum Jahr 2018 15.000 Mandanten gewinnen zu wollen. Wer da glaubt, dass er dort mehr als nur eine „Nummer“ ist, der macht sich sicherlich etwas vor.

Klasse statt Masse

Meine Mandanten favorisieren sicherlich „Klasse statt Masse“ und wer an der Erledigung seiner persönlichen, steuerlichen Belange interessiert ist, sollte dies auch tun. Die Online-Steuerberatung kann das persönlich Beratergespräch jedenfalls nicht ersetzen und eines liegt ja wohl auf der Hand: Auch Onlineanbieter haben nichts zu verschenken, sie tun das, was sie tun, um Geld zu verdienen.

Augen auf beim Honorar

Sollten Sie sich auf den Seiten einer Online-Steuerberatung umsehen und sich eine Preisauskunft holen, dann sollten Sie allerdings genau wissen, welche Leistungen Sie brauchen und welche Leistungen Ihr Steuerberater ggf. schon seit Jahren für Sie erbringt. Am besten nehmen Sie Ihren jetzigen Steuerberater mit dazu, denn er weiß genau, was er für Sie leistet. Ich bin mir relativ sicher, dass die Preise ähnlich ausfallen werden.

 

Männer und Frauen „ticken“ unterschiedlich

Komme gerade von einem sehr interessanten Vortrag mit dem Thema „Wie und wodurch können Führungskräfte aus den bisherigen Erkenntnissen der Hirnforschung profitieren“. Prof. Dr. med. Christian Elger, Direktor für Epileptologie des Uni-Klinikum Bonn referierte bei der SIHK zu Hagen in seinem ca. 90 minütigen Vortrag im Rahmen der Sitzung der Erfa-Gruppe Qualitätsmanagement der Märkischen Region. Im gut besetzen Sitzungssaal lauschte das Auditorium dem Fachvortrag. Gerade auch für Führungskräfte ist es wichtig zu wissen, dass das Gehirn eines Menschen häufig anders reagiert, als man gemeinhin denkt.

Männerhirne sind größer, Frauenhirne dichter

Prof. Dr. Elger zeigte an verschiedenen Beispiele, dass Männer und Frauen unterschiedlich „ticken“. Das wussten wir alle schon lange oder? Mehr Gehirnmasse gleich mehr Intelligenz?! Das stimmt nur zum Teil. Männergehirne wiegen zwar rd. 100 g mehr, als die von Frauen, allerdings ist die Struktur von Frauengehirnen dichter, so dass das Mehrgewicht irrelevant ist.

Die genetischen Unterschiede der Gehirne von Männern und Frauen ergeben sich aus der Vorzeit, wo Männer zum Jagen gingen und die Frauen die Versorgung der Kinder übernahmen. Daher haben Männer z.B. eine höhere Risikobereitschaft und Frauen ein großes Sicherheitsbedürfnis.

Priming steigert Gedächtnisleistung

Nutzbar bei der Mitarbeiterführung ist z.B. das Priming (Bahnung), Priming bezeichnet in der Psychologie die Beeinflussung der Verarbeitung eines Reizes dadurch, dass ein vorangegangener Reiz implizite Gedächtnisinhalte aktiviert hat. Das implizite Gedächtnis ist jener Teil des Gedächtnisses, der sich auf Erleben und Verhalten des Menschen auswirkt, ohne dabei ins Bewusstsein zu treten. Diese Vorgänge verlaufen im Unterbewusstsein. Durch gezielt eingesetztes Priming kann die Gedächtnisleistung gesteigert werden.

Belohnungszentrum aktivieren

Um die Leistung eines Mitarbeiters zu steigern ist es außerdem wichtig, die Belohnungszentren in den Gehirnen der Mitarbeiter anzusprechen. Als zentrales Element einer erfolgreichen Mitarbeiterführung hat sich so das Belohnungssystem herauskristallisiert. Doch Ehrlichkeit ist geboten: Permanente Anerkennung nimmt nicht nur der Angestellte, sondern auch dessen Gehirn nicht als echtes Lob wahr, die motivierende Wirkung bleibt aus. Bedeutender sind das individuelle Gespräch und die Auszeichnung erbrachter Leistungen: „Wer auf persönliche Kontakte zu seinen Mitarbeitern verzichtet, signalisiert damit mangelnde Wertschätzung und fehlenden Respekt“ so Elger.

Hirnforschung betrieblich nutzen

Alles in allem ein kurzweiliger Vortrag mit vielen praxisnahen Beispielen, der zeigte, das die Ergebnisse der modernen Hirnforschung auch im betrieblichen Alltag Nutzen stiften können.

Prüfung der Deutschen Rentenversicherung am 10. und 11.05.2016 ohne Beanstandung

Am 10. und 11.05.2016 besuchte die Kanzlei wieder einmal ein Prüfer der Deutschen Rentenversicherung.

Alle Mandanten die Arbeitnehmer beschäftigen werden regelmäßig, alle 4 Jahre, von der Deutschen Rentenversicherung geprüft. Auf der Liste der Prüfung standen diesmal 6 Mandate und wieder einmal konnten, bis auf eine Kleinigkeit, keine Beanstandungen festgestellt werden.

Mein Lob geht an meine Mitarbeiterin, Jessica Schorde, die die Abrechnungen der Lohnbuchhaltungen unserer Mandanten seit Jahren zu meiner vollsten Zufriedenheit erstellt. Ein weiterer Beweis der guten und erstklassigen Arbeit die meine Mitarbeiter und ich für Sie, für unsere Mandanten leisten.

Bei den Prüfungen werden insobesondere folgende Bereiche geprüft:

  • Die Richtigkeit der Beitragszahlungen und der Meldungen zur Sozialversicherung, der Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz sowie der Insolvenzgeldumlage
  • Die Beurteilung von unfallversicherungspflichtigem Arbeitsentgelt und dessen Zuordnung zu den unfallversicherungsträgerspezifischen Gefahrentarifstellen
  • Die Abgaben und meldepflichten nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz

Bis zur nächsten Prüfung werden wieder einige Monate vergehen, aber ich bin davon überzeugt, dass auch beim nächsten Mal keine größeren Sachverhalte beanstandet werden.

Erster Berufsfelderkundungstag am 26.04.2016

Heute fand der erste Berufsfelderkundungstag des Jahres 2016 in meiner Kanzlei statt. 3 Schülern der 8. Klasse der Richard-Schirmann-Realschule bot sich heute die Möglichkeit sich rund um das Betätigungsfeld einer Steuerberaters bzw. seiner Mitarbeiter, den Steuerfachangestellten, zu informieren. Meine Auszubildende Frau Borlinghaus und ich führten von 8 bis 13 Uhr durch das Programm. Wir erläuterten den interessierten Schülern welche schulischen Mindestvoraussetzungen notwendig sind um den Beruf zu erlernen, wie hoch der Verdienst während der Ausbildung und danach ist und welche Tätigkeiten in einem Steuerberatungsbüro anfallen. Gemeinsame Pausen und ein Steuerquiz rundeten den Vormittag ab.

Weitere Termine zur Berufsfelderkundung sind am 03. und 10.05. sowie am 28.06.2016. Ich freue mich schon sehr darauf den Jungendlichen einen Einblick in das interessante Berufsfeld einer Steuerberaterungskanzlei zu ermöglichen.

„Steuern kann jeder“ – die Richtung entscheidet, erfolgreicher Vortragsabend am 05.04.2016

Am 05.04.2016 durfte ich im Hotel zum Markgrafen (Lüdenscheid) vor über 20 Gästen zum Thema „Steuern kann jeder – die Richtung entscheidet“ referieren. Der Vortrag erfolgte im Rahmen des Netzwerkes „Unternehmertreff“ unter Führung und Organisation von Sybille Gonserowski-Spintge.

Zur Überraschung der Teilnehmer ging es in meinen Ausführungen gar nicht um die Steuern, sondern um das Steuern. Im Focus meines gewählten Vortrags stand die Kommunikation. „Ist Ihnen bewusst, dass wir viel zu wenig kommunizieren?“ Mit dieser Frage in die Runde eröffnete ich das Thema. Ich habe deutlich gemacht, wie wichtig die Kommunikation zwischen Mandant und Steuerberater ist, um das Unternehmen zu steuern. Dazu nutzte ich die Metapher von Kapitän, Steuermann und Schiff. Es gibt nämlich durchaus Maßnahmen, die der Mandant selbst ergreifen kann, um die bestmögliche aktive Beratung von seinem Steuerberater zu bekommen. Und mit der richtigen Kommunikation kann der Mandant durchaus Einfluss auf die Höhe des Honorars nehmen.

Aber Fakt ist auch, guter Service ist nicht kostenlos. Anhand von Praxisbeipielen wurde den Teilnehmern das deutlich erklärt.
Im Anschluss fanden noch weitere interessante Gespräche statt – rundum ein gelungenerAbend. Vielen Dank an alle Teilnehmer.

„Hör auf deinen Steuerberater“

„Hör auf deinen Steuerberater“, ein simpler Satz mit Tücken. Erlebe ich doch immer wieder, dass Mandanten zwar fragen, was sie machen sollen, wie sie sich verhalten sollen, sich dann aber doch nicht an meine Empfehlungen und Ratschläge halten.

Vielfach geschieht dies, weil die Anforderungen des Steuerrechts in Sachen „Nachweis“ und „Glaubhaftmachung“ sehr viel Fleißarbeit und Disziplin bedingen. Das kostet natürlich entsprechend viel Zeit und Zeit ist es ja so oft, die jedem von uns fehlt.

Sofern der Mandant also seine „Hausaufgaben“ nicht entsprechend erledigt, nützt auch der beste Steuerberater nichts. Zu vergleichen ist dies mit einem Abo im Fitnessstudio. Auch hier ist es unabdingbar, dass man selber hingeht….. Oder das Buch für Zeitmanagement, das man vor Monaten gekauft hat und das seitdem im Schrank fristet, wirkt auch nur, wenn es gelesen wird.

Also daher lautet mein Tipp zu Beginn des Jahres 2016: „Hör auf deinen Steuerberater“

Steueränderungsgesetz 2015

Ende letzten Jahres wurde das Steueränderungsgesetz 2015 verkündet. Anbei einige Neuerungen im Überblick:

Für Umsätze im Zusammenhang mit Betriebsvorrichtungen gilt nunmehr das sog. Reverse Charge-Verfahren. Das heißt, die Steuerschuldnerschaft geht auf den Auftraggeber über, wenn dieser ein Bauunternehmer ist, der nachhaltig Bauleistungen erbringt. Betroffen sind Bauleistungen an Sachen, Ausstattungsgegenständen und Maschinen, die auf Dauer in einem Gebäude oder Bauwerk installiert sind und nicht bewegt werden können, ohne dass das Gebäude/Bauwerk zerstört oder verändert wird. Mit dieser Regelung wird die bisherige Verwaltungsauffassung gesetzlich festgeschrieben.

Ab 2016 ist für die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags nicht mehr erforderlich, dass die Funktion des anzuschaffenden bzw. herzustellenden Wirtschaftsguts genannt wird. Hierdurch wird die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags erheblich erleichtert. Zu beachten bleibt jedoch weiterhin, dass der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend aufgelöst werden muss, soweit die Investition nicht innerhalb des dreijährigen Investitionszeitraums durchgeführt wird.

Daneben ist ein Sonderausgabenabzug von Unterhaltsleistungen i. H. von bis zu 13.805 € pro Jahr durch den Geber nur noch unter Angabe der Steueridentifikationsnummer des Unterhaltsempfängers möglich. Letzterer muss die Leistungen weiterhin als sonstige Einkünfte versteuern.

Bei der Grunderwerbsteuer wird u. a. eine höhere Bemessungsgrundlage in Fällen eingeführt, in denen für das Grundstück kein Kaufpreis vereinbart wird, weil z. B. nur Anteile an einer Gesellschaft mit Grundbesitz übertragen werden. Bislang galten hier niedrigere Grundstückswerte, die deutlich unter den tatsächlichen Grundstückswerten lagen. Dies wurde vom Bundesverfassungsgericht moniert.

Meine ganz persönliche Erfolgsstory …

… oder Steuerberater sind auch (nur) Unternehmer.

Der 10.01.2005 war der Tag an dem ich mich selbständig gemacht habe … ich meine, so richtig selbständig. Die Prüfung habe ich bereits 1999 im ersten Anlauf bestanden. Bis 2005 war ich dann hauptberuflich als angestellte Steuerberaterin und nebenberuflich selbständig tätig. Aber auf zwei Hochzeiten tanzen sprengte irgendwann den zeitlichen Rahmen und so wurde mir klar, dass ich mich entscheiden musste. Ich wählte den Weg der Selbständigkeit, weil ich mir vorstellte so mit weniger Aufwand vieeel mehr Geld zu verdienen. Dies sollte sich allerdings als reines Wunschdenken entpuppen, aber alles der Reihe nach …

10 Jahre ist es her, dass ich mir den Traum der eingenen Kanzlei erfüllte habe. Im Frühsommer 2004 lernte ich den Steuerberater Karl-Friedrich Büchler in Halver kennen. Wir wurden uns schnell einig, die Finanzierung stand und so übernahm ich im Januar 2005 eine alt eingesessene Steuerberatungskanzlei in Halver. Und nun ist das schon 10 Jahre her.

Ich bin seither durch viele Täler gewandert und musste feststellen: Steuerberater sind auch Unternehmer. Ehrlich gesagt habe ich mir das damals leichter vorgestellt. Von der Höhen und Tiefen eines Unternehmers hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie ich immer wieder feststellen musste. Natürlich hatte ich bei meinen vorherigen Arbeitgebern mitbekommen, dass Mandanten schon mal kommen und gehen. Aber wie schnell man Kunden verliert und wie schwer Kunden zu gewinnen sind weiß ich nun. Dass man im Grunde „die Katze im Sack kauft“ stellte sich ganz schnell heraus.

Es fing damit an, dass die technischen Voraussetzungen alles andere als akzeptabel waren. So wurde mir schon nach einigen Tagen klar, dass ich schon im Januar 2005 einen 5stelligen Betrag in die Telefon- und EDV-Anlage stecken musste. Geplant war diese Ausgabe erst für Dezember 2005, als der Kanzleisitz von Halver nach Lüdenscheid verlegt werden sollte. Ich war froh um die Rücklagen, die ich mir vorbehalten hatte. Die Sitzverlegung im Dezember 2006 klappte reibungslos und so habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt:“Die Kanzlei im eigenen Haus.“ Auch dies stellte sich im nachhinein nicht als ideal heraus.

Das größte Tief hatte ich 2009, da kam alles auf einmal, die Tilgungen für das Kanzleidarlehen liefen seit Ende 2008, dann im August 2009 ein Riesen-Mandatsverlust, 20% Jahresumsatz waren weg, von jetzt auf gleich, und ich dachte zuerst: „Das wars …“ Aber nach dem ersten Schock tat ich das, was ein Unternehmer in einem solchen Fall tun sollte: Einen kühlen Kopf bewahren. Es waren konstruktive Lösungen gefragt. Da hab ich überlegt und kalkuliert, entwarf einen Maßnahmenkatalog und begann sofort mit der Umsetzung. Leider musste ich mich von 2 meiner übernommenen Mitarbeiter trennen. Anders waren die anfallenden Kosten nicht zu decken. Es blieb der Zweifel, ob ich mit den verbleibenden Mitarbeitern die anfallenden Arbeiten weiterhin fristgerecht bewältigen konnte.

Ich hatte alles getan um die Talfahrt zu stoppen und konnte nach einem guten Jahr feststellen, dass mein Vorgehen von Erfolg gekrönt war. Anfang 2012 begann das Jahr dann allerdings wieder demotivierend. Insolvenz eines Großmandanten und somit ein dicker Forderungsverlust . Es war zwar für mich voraus zu sehen, aber wenn es denn endgültig ist, ist die Tatsache doch bitter.

Das Geldverdienen gestaltete sich schwieriger als ich dachte. Ich versuchte es meinen Mandanten Recht zu machen und musste oft feststellen, dass ich es nicht Recht machen konte, wenn mein Gegenüber das eigentlich gar nicht wollte. Ich rieb mich immer mehr an meiner Selbständigkeit auf. War immer öfter deprimiert und spürte:“So kann es nicht weiter gehen.“ Ich denke die Kehrtwende kam im Februar 2013 bei einem Impulsvortrag von Stefan Hagen, Thema: „Sicherheit ist langweilig – Die besten Zeiten für Unternehmer beginnen jetzt!“ – sein Vortrag hat mich einfach nur begeistert und nicht gekannte Denkprozesse bei mir in Gang gesetzt.

Seither weiß ich wie wichtig „Authentizität“ ist. Und diese Authentizität versuche ich jeden Tag zu leben. Seither habe ich wieder Spaß an meiner täglichen Arbeit. Die vielen schwierigen Zeiten die ich durchgemacht habe helfen mir in der Beratung meiner Mandanten. Weil ich selbst Tiefpunkte hatte, weiß ich sehr genau wie sich das anfühlt und bin daher in der Lage meinen Mandanten die notwendige Beratung mit auf den Weg zu geben.

Ich habe mich in den letzten 10 Jahren vom Steuerberater zum Unternehmer entwickelt und freue mich täglich über die Zufriedenheit meiner Kunden und die gute Entwicklung meiner Kanzlei.